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Diagnostik des PCOS Anamnese und krperliche Untersuchung Die Anamnese einer Patientin mit PCOS soll den Vorstellungsgrund (Periodenstrung, Hyperandrogenmie, Kinderwunsch oder Adipositas/ Metabolisches Syndrom) klren und erste diagnostische und differentialdiagnostische Hinweise geben (Tab. 1). Bei der krperlichen Untersuchung wird besonders auf die Zeichen eines Metabolischen Syndroms (Adipositas, arterielle Hypertonie, Xanthome, Acanthosis nigricans) und der Hyperandrogenmie (Hirsutismus, Akne, Seborrhoe, Alopezie) geachtet. Zur Quantifizierung des Hirsutismus empfielt sich der Score nach Ferriman und Gallwey. Sie haben zusätzlich die Möglichkeit, einen Diagnose-Leitfaden herunterzuladen.
Labordiagnostik Bei Oligomenorrhoe empfiehlt sich als Entnahmezeitpunkt der hormonellen Parameter die frhe Follikelphase (Tag 3.-5.). Die basale Diagnostik umfasst die Bestimmung des LH, FSH, stradiol, Testosteron, Androstendion, DHEAS, 17-OH-Progesteron und SHBG im Serum. Beim PCOS findet sich blicherweise ein erhhtes LH bei normwertigem FSH, dementsprechend ist der LH/FSH Quotient hufig grer als 2. Das stradiol ist blicherweise hochnormal. Die Androgene (Testosteron, Androstendion, DHEAS) sind mig erhht, sehr hohe Werte lassen differentialdiagnostisch an einen androgenbildenden Ovar- oder Nebennierentumor denken. Das SHBG ist blicherweise niedrig, so dass das freie Testosteron und der Androgen-Index hufig deutlich erhht sind. Besonders bei Patientinnen mit Kinderwunsch empfielt sich auch die Bestimmung des postovulatorischen Progesterons: Aufgrund der fehlenden Follikelreifung sind die Progesteronwerte beim PCOS typischerweise niedrig, der Nachweis normaler Progesteronspiegel in der Lutealphase macht das Vorliegen eines PCOS unwahrscheinlich. Beim 17-OH-Progesteron findet sich im Nachweis erhhter Werte eine berlappung mit dem heterozygoten adrenogenitalen Syndrom (hAGS, siehe unten). Da das PCOS definitionsgem eine Ausschlussdiagnose ist, sind entsprechende weiterfhrende Laborbestimmungen unerlsslich (Tab. 2). Zustzlich zur Hormondiagnostik sollte, insbesondere hinsichtlich des oftmals begleitenden Metabolischen Syndroms, eine Bestimmung der Bluttfettwerte erfolgen.
Diagnostik der Insulinresistenz Als Goldstandard zur Bestimmung der Insulinresistenz (IR) wird der Euglykmische Hyperinsulinmische Clamp Test angesehen. Dieser ist jedoch fr den Routineeinsatz in der Praxis zu aufwendig. Daher bedient man sich einfacherer Methoden zur Berechnung der Insulinresistenz (IR) bzw. der Insulinsensitivitt (IS), die in klinischen Studie hinsichtlich ihrer guten Korrelation zum Clamp-Test evaluiert wurden und nur einer Nchternblutabnahme bedrfen (Matthews D. 1985). Diese sind in der untenstehenden Tabelle dargestellt. Die Durchfhrung eines 75-g oralen Glucosetoleranztestes (OGTT) liefert zustzlich wertvolle Informationen ber die Kinetik des Insulinanstieges und der Blutzuckerwerte. Er sollte zumindest bei allen adipsen Patientinnen erfolgen. Eine pathologische Glucosetoleranz ergibt sich bei 2-h Blutzuckerwerten im Plasma zwischen 140 und 200 mg/dl und ein manifester Diabetes mellitus ab Werten von 200 mg/dl. Die Durchfhrung eines Screening-OGTT ist bei allen schwangeren PCOS-Frauen aufgrund des erhhten Gestationsdiabetesrisikos bereits im 1. Trimenon indiziert.
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