Treffen der Selbsthilfegruppe
Nächstes Treffen im Oktober, genauer Termin wird noch bekanntgegeben.
Neue Literatur
- Ovalle F., Azziz R. Insulin resistance, polycystic ovary syndrome,
and type 2 diabetes mellitus. Fertil Steril 2002 Jun; 77(6): 1095-1105.
- Franks S. Adult polycystic ovary syndrome begins in childhood. Best
Pract Res Clin Endocrinol Metab 2002 Jun; 16(2): 263-272.
- Sir-Petermann T. et al., Prevalence of type 2 diabetes mellitus and
insulin resistance in parents of women with polycystic ovary
syndrome. Diabetologia 2002 Jun; 45(7): 959-964.
News und Termine
Das Syndrom der Polyzystischen Ovarien (PCOS) ist eine
Erkrankung, die bei 5% der geschlechtsreifen Frauen auftritt.
In der NICHD-PCOS Konsensuskonferenz in den USA 1990
wurde es durch Zyklusstrungen (Oligo- oder Amenorrhoe),
einen mnnlichen Behaarungstyp (Hirsutismus) und/oder
vermehrte mnnliche Geschlechtshormone im Blut
(Hyperandrogenmie) definiert, wobei in vielen Fllen ein
unerfllter Kinderwunsch besteht. Zudem finden sich bei
etwa 70% der Patientinnen Eierstockzysten (PCO-
polyzystischen Ovarien).
Klinisch imponiert das PCOS hufig durch ein bergewicht,
das zusammen mit einer Insulinresistenz das PCOS mit
dem Metabolischen Syndrom verbindet. Das Metabolische
Syndrom umfasst das bergewicht (Adipositas), den
Bluthochdruck (Arterielle Hypertonie), die
Fettstoffwechselstrungen (Hyperlipidmien), die
Gefverkalkung (Arteriosklerose) und die Zuckererkrankung
(Diabetes mellitus).
Tatschlich ist bei Frauen mit PCOS im spteren Lebensalter
ein erhhtes Risiko fr die Folgeerkrankungen des
Metabolischen Syndroms zu finden.
Eine familire Hufung mit Vererbung des PCOS von der
Mutter auf die Tochter wurde beschrieben, zudem zeigt sich
bei Mnnern mit frhzeitiger Glatzenbildung (vor dem 30.
Lebensjahr) ein gehuftes Auftreten von Tchtern mit PCOS.
Die Differentialdiagnose betrifft vor allem andere Erkrankungen
die einen Hirsutismus oder unerfllten Kinderwunsch bedingen
knnen, insbesondere Erkrankungen der Hirnanhangsdrse,
Nebenniere oder der Eierstcke.
PCOS-Kurzinfo
Der Italiener A. Vallisneri beschrieb bereits 1721 erstmals die
polyzystischen Ovarien (PCO) in einer Kasuistik einer bergewichtigen
Frau mit unerflltem Kinderwunsch.
1921 wurde von Achard und Thiers der Zusammenhang einer Hyperandrogenmie
mit einer Strung des Kohlenhydratstoffwechsels beschrieben. Sie nannten
dies den "Diabetes brtiger Frauen" (diabete des femmes a barbe).
Erst im Jahr 1935 wurde das Krankheitsbild der PCO von Stein und Leventhal
ausfhrlich in der Zeitschrift "American Journal of Obstetrics and Gynecology"
dargestellt. Sie beschrieben sieben Frauen mit Amenorrhoe, Hirsutismus und
multiplen Zysten an den Eierstcken.
Stein entwickelte eine operative Behandlungsmethode mittels Keilresektion
der Ovarien, die in einer 1948 verffentlichen Studie an einem greren
Patientinnenkollektiv bei 90% der Frauen zu einer Verbesserung des
Menstruationszyklus sowie bei einigen Patientinnen zu einer Schwangerschaft fhrte.
Die Operation mit Biopsieentnahme diente damals nicht nur zur Behandlung sondern
auch zur Diagnosestellung der polyzystischen Ovarien. Abgelst wurde sie in den
70er Jahren, als neue Entwicklungen die Bestimmung verschiedener Hormone im Blut
mglich machten und das Medikament Clomiphen als Ovulationsauslser entdeckt wurde.
Etwa zur gleichen Zeit wurde der Ultraschall das wichtigste diagnostische Instrument.
Dabei ist das PCO definiert als das Vorhandensein von 8 oder mehr subkapsulren
follikulren Zysten kleiner oder gleich 1cm und dem Nachweis eines vermehrten Bindegewebes
im Ovar.
Nur etwa ein Viertel der Patientinnen mit PCO haben auch zustzlich ein PCOS.
Mehrere internationale Forschungsgruppen legten unterschiedliche Definitionen des PCOS fest.
In der NICHD-PCOS Konsensuskonferenz von 1990 wurde schlielich eine einheitliche
Definition festgelegt.PCOS-Geschichte
Hormonstrungen beim PCOS
Beim PCOS verstrken sich mehrere endokrinologische Strungen in einem sich
selbst verstrkendem Circulus vitiosus. Dabei besteht eine vermehrte Ausschttung
des Hormons LH (Luteinisierendes Hormon) und eine Verminderung des FSH
(Follikelstimulierendes Hormon) aus der Hirnanhangsdrse.
Die vermehrte LH Konzentration stimuliert am Eierstock (Ovar) die Bildung mnnlicher
Geschlechtshormone (Androgene). Diese werden im Fettgewebe in weibliche
Geschlechtshormone (strogene) umgewandelt und entgegen dem normalen Menstruationszyklus
azyklisch abgegeben. Dies bewirkt wiederum an der Hirnanhangsdrse die bereits beschriebene
Strung der LH und FSH-Ausschttung.
Das FSH hat ebenfalls einen bedeutenden Einflu, indem es bei der gesunden Frau an der
Umwandlung der Androgene in strogene beteiligt ist und eine regelrechte Menstruation
mit Eisprung gewhrleistet.
Beim PCOS verstrkt der verminderte FSH Spiegel die bestehende Hyperandrogenmie und
verhindert einen normalen Zyklus.
Die Hyperandrogenmie per se fhrt am Ovar zu einer Verdickung (Fibrose) der ueren
Eierstockwand (Kapsel), die zustzlich dazu fhrt, da die FSH-Wirkung blockiert wird.
Zudem hemmen die hohen Androgenspiegel die Bildung eines Hormonbindungsproteins
(SHBG- Sexhormonbindendes Globulin), dass normalerweise einen Teil der aktiven mnnlichen
Hormone bindet und somit seine Wirkung vermindert.
Insulinresistenz beim PCOS
Die Insulinresistenz des PCOS fhrt kompensatorisch zu einer vermehrten Insulinfreisetzung.
Die so entstehende Hyperinsulinmie verstrkt die vorbestehende Hyperandrogenmie,
einerseits durch direkte Steigerung der ovariellen Androgenproduktion, andererseits durch
vermehrte hypophysren LH-Freisetzung die am Ovar ebenfalls zu einer gesteigerten
Hormonproduktion fhrt.
Insulin hemmt zudem die Bildung des Bindungsproteins SHBG in der Leber und stimuliert an
der Nebenniere eine zustzliche Bildung mnnlicher Geschlechtshormone.
Das PCOS zeigt eine familire Hufung, so dass eine genetische Komponente in der Enstehung
dieser Erkrankung anzunehmen ist.
PCOS-Ursachen
- Periodenstrung (A-/ Oligomenorrhoe)
- vermehrte Behaarung nach dem mnnlichen Verteilungsmuster (Hirsutismus)
- erhhte mnnliche Geschlechtshormone im Blut (Hyperandrogenmie)
sowie
- Metabolisches Syndrom
- bergewicht (Adipositas)
- unerfllter Kinderwunsch / Unfruchtbarkeit (Infertilitt)
- Zysten der Eierstcke (Ovarialzysten)
- Akne
- Haarausfall
- Acanthosis nigricans
PCOS-Symptome und Beschwerden
Die derzeit praktizierten therapeutische Anstze in der
Behandlung des PCOS richten sich vornehmlich nach der im
Vordergrund stehenden klinischen Symptomatik.
Ist der Hirsutismus oder die Zyklusstrung das fhrende
klinische Merkmal, wird bislang eine Antibabypille
(orale kontrazeptive Therapie) -hufig mit antiandrogener
Komponente- eingesetzt.
Zur Verhinderung einer Verdickung der Gebrmutterschleimhaut
(Endometriumhyperplasie) sollte zur kontrazeptiven Therapie
vorzugsweise eine zyklische strogen und Gestagengabe erfolgen.
Niedrig dosierte Cortison-Prparate (Glucocortikoide) knnen in
Einzelfllen zur Hemmung der Steroidsynthese in der Nebenniere
genutzt werden.
Bei besonders ausgeprgter Adipositas ist eine Reduktionsdit
anzustreben, die jedoch nur von wenigen Patientinnen dauerhaft
durchgehalten wird.
Ist der unerfllte Kinderwunsch das Hauptproblem, erfolgt meist
eine synthetische Eisprungauslsung (Ovulation) z.B. mit Clomiphen.
Neue Therapiekonzepte
Wie auch unter Ursachen
erwhnt, ist das PCOS hufig mit einer Insulinresistenz assoziiert, die
eine Verschlechterung der klinischen Symptome des PCOS bedingt.
Der Einflu der Insulinsensitizer Metformin und Glitazone auf das PCOS
wurde von mehreren internationalen Studiengruppen untersucht und dokumentiert
bezglich des Metformin vielversprechende Erfolge in der Behandlung des PCOS.
Metformin konnte eine Verbesserung der Insulinresistenz, eine Senkung des
LH-Spiegels, eine Erhhung der SHBG-Synthese, eine Verminderung der Androgene
und eine Regulierung des Menstruationszyklus bewirken.
Zudem zeigt sich ein gnstiger Effekt auf gewichtsreduzierende Manahmen.
PCOS-Therapie
Basierend auf erfolgversprechenden internationalen Studien erfolgt
seit Januar 2001 eine klinische Untersuchung zur Behandlung des PCOS
mit Metformin an der Universittsklinik Essen in Zusammenarbeit mit
den Universittskliniken Aachen, Berlin, Hannover, Mnchen und Wrzburg.
Sollten Sie Fragen hierzu oder Interesse an einer Teilnahme haben,
nehmen Sie bitte Kontakt
mit uns auf.
Studien
Das erste Treffen der PCOS-Selbsthilfegruppe hat am 10.07.2026 in den Räumlichkeiten
des Vereins Distel e.V stattgefunden. Ein nächstes Treffen wurde für Oktober
geplant, der genaue Termin wird noch bekanntgegeben.
Interessentinnen melden sich bitte per Mail unter
PCOS-Selbsthilfegruppe
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- PCOS-Infos (spanisch)
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- PCOS-Infos (englisch)
- LivingWithPCOS.com (englisch)
- Center for Polycystic Ovary Syndrome (englisch)
- PCOS-Infos (englisch)
Links
| Adipositas | - | bergewichtigkeit |
| Amenorrhoe | - | fehlende Menstruationsblutung |
| Androgene | - | mnnliche Geschlechtshormone |
| Arterielle Hypertonie | - | Bluthochdruck |
| Arteriosklerose | - | Gefverkalkung |
| Diabetes mellitus | - | Zuckerkrankheit |
| FSH | - | Follikelstimulierendes Hormon, gebildet in der Hirnanhangsdrse |
| Hirsutismus | - | mnnlicher Behaarungstyp |
| Hyperandrogenmie | - | erhhte Androgene im Blut |
| Hyperinsulinmie | - | erhhte Insulinspiegel im Blut |
| Hyperlipidmie | - | erhhte Blutfettwerte |
| Hypophyse | - | Hirnanhangsdrse |
| Infertilitt | - | Unfruchtbarkeit |
| Insulinresistenz | - | vermindertes Ansprechen auf Insulin, fhrt zu ->Hyperinsulinmie |
| LH | - | Luteinisierendes Hormon, Bildung in der Hypophyse |
| strogene | - | weibliche Geschlechtshormone |
| Oligomenorrhoe | - | verlngerte Zyklen (> 35 Tage) |
| Ovar | - | Eierstock |
| Ovulation | - | Eisprung |
| PCO | - | polyzystische Ovarien |
| PCOS | - | Syndrom der polyzystischen Ovarien |
| Resistenz | - | vermindertes Ansprechen |
| SHBG | - | Sexhormonbindendes Globulin |
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Literatur
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